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zwischen gestern und morgen aus dem 1. Zuchtbuch des „Club für französische Hirtenhunde e.V." von Ruth Oess
Die Geschichte des Berger
de Brie ist tief eingebettet in die Historie des Schäferhundes schlechthin. Die
Bezeichnungen Hirten-, Hüte-, Herden-, Treiberhunde werden wechselweise
gebraucht und bezeichnen nicht immer streng differenziert seinen jeweiligen
Gebrauch. Sie lassen aber gleichzeitig die Vielfalt erkennen, die den Dienst des
Hundes kennzeichnet. Viele kynologische Forscher sind sich darin einig, daß der
Hund des Hirten zunächst nur die Aufgaben hatte, Hirt und Herde vor Raubtieren
wie Bär, Wolf, Luchs und Fuchs, sowie vor herumstreunendem Volk, vor Räubern
oder mißgünstigen Nachbarn zu schützen. Erst mit zunehmender Landaufteilung -
in Frankreich etwa nach der Französischen Revolution - verlagerte sich die
Aufgabenstellung vom reinen Schutz- und Wachdienst zur Hütefunktion. Der Hund
sollte das Ausbrechen der Herde in fremdes Gelände verhindern, um den damit
verbundenen Flurschaden vermeiden zu helfen. Darüber hinaus hatte er in
schwierigem und gefährlichem Gelände (Hochgebirge, Felsenlandschaft,
Schluchten, Moore usw.) das Zusammenbleiben der Herde zu gewährleisten. Diese
neugestellten Aufgaben brachten auch Änderungen des Hundetyps mit sich. Es kam
zu Kreuzungen und Züchtungen vorwiegend leichterer Hunderassen durch die Schäfer.
Die Variationsbreite der heute bekannten Schäferhund-Rassen und -Typen hat
zweifellos ihren Grund in diesem Wandlungsprozeß. Interessant erscheint mir
aber die Beobachtung, daß es noch in vielen Großregionen neben den kleineren Hütehunden
die größeren Schutzhunde gibt, die dem Hirten mit verschiedener
Aufgabenstellung zur Seite sind (Frankreich Pyrenäenschäferhund neben Pyrenäenberghund;
Ungarn Puli neben Kommondor). Das war vor allem in besonders gefährdeten
Gebieten der Fall und hat sich bis in unsere Tage erhalten. Diese Beobachtung könnte
eine eigene Abhandlung werden. Von mehreren Fachleuten wird auch auf die
interessante Tatsache hingewiesen, daß Hirtenhunde aus aller Welt ein hohes Maß
an Gemeinsamkeit haben, sowohl in Bezug auf das Erscheinungsbild wie in Bezug
auf Wesen und Verhalten. So ist m.W. in unserem Klimakreis kaum ein glatthaariger Hütehund zu finden. Das Fell variiert vom Rauh- und Stockhaar bis zum Superbehang, etwa des Kommondors oder des Puli. Etwa in der Mitte dieser Spanne finden wir den langhaarigen Briard, dessen Behang aber ebenfalls Varianten nach der einen oder anderen Seite aufweist. Natürlich wird er in der Vergangenheit kaum mit dem sorgsam gepflegtem Behang eines heutigen Ausstellungs- und Begleithundes konkurrenzfähig gewesen sein. Denn er war durch und durch Arbeitshund, der viele Strapazen zu durchstehen hatte, die nicht eben „fellfreundlich" waren. Die vom Hund geforderten Eigenschaften waren vorwiegend: Ausdauer, Wetterfestigkeit, Bedürfnislosigkeit, Herdentreue, Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Mißtrauen gegenüber allem Fremden und dem normalen Tagesablauf Zuwiderlaufendem. Die vielen Hirtenhunden gemeinsame Eigenschaft des Umkreisens weist in die Jahrhunderte des Hütedasein zurück. Sie gewährt dem aufmerksamen Beobachter die aufregende Möglichkeit, eine Wesensprägung zu erleben, die sich durch Gebrauch und Zuchtwahl über große Zeiträume hinweg genetisch fixiert und erhalten hat. An diesen Zuchtergebnissen haben die Hirten vergangener Tage großen Anteil. Sie machten sich wohl die Eigenschaft der die Gehöfte und Siedlung umkreisenden Hunde zu eigen, indem sie sich bei der Einkreuzung solcher Hunde bedienten. Die Schulung durch den Schäfer vertiefte die Prägung. Prof. Dr. Konrad Senglaub vertritt die Ansicht, dass diese speziellen Eigenschaften des Hütehundes nur durch züchterische und hundehalterische Bemühungen bewahrt werden können. In freier Wildbahn würden diese Eigenschaften bald verloren gehen. Das dürfte aber mit der Zeit auch für die Stadt-Haltung von Hunden zutreffen. Lassen wir uns also nach Möglichkeit auf unseren Spaziergängen weiterhin fröhlich umkreisen, indem wir uns als Schafherde fühlen. Über den Ursprung der Hirtenhundrassen gibt es eine Fülle von Theorien und Hypothesen, die aber alles in allem deutlich machen, wie sehr kynologische Forschung teilweise noch im Dunkeln tappt. So wollen einige Forscher in dem Hirtenhund einen Nachfahren des sogenannten Bronze-Hundes sehen, was durch den Vergleich ausgegrabener Schädel bekräftigt sei. Wer sich auf kynologische Forschungsreise begibt, muß des öfteren die enttäuschende Entdeckung machen, daß alte überlieferte Rassenbezeichnungen, die auch heute noch gängig sind, keine Gewähr für die Identität der damit bezeichneten Rasse von einst und jetzt bietet.
Die Kunst bietet mit Hundedarstellungen auf Gemälden, Wandteppichen und Kirchfenstern, mit Plastiken, Buchmalerei und anderen Wiedergaben ein reichhaltiges Feld für Mutmaßungen und Vergleiche. Doch handelt es sich dabei um ein Informationsmaterial, das jedenfalls kritisch gesichtet und behutsam gedeutet werden sollte. Natürlich heften sich an solche Darstellungen auch Geschichten und Geschichtchen, die Aufregendes oder Rührendes über den dargestellten Hund zu berichten wissen, aber meistens ins Reich der Legende führen. So soll Alberich von Montdidier im 12. Jahrhundert zu Ehren eines Briards eine Kathedrale errichtet haben. Dieser Hund habe seinem Sohn das Leben gerettet. Sogar Karl der Große soll schon Briard-Besitzer gewesen sein. Für diese Behauptung werden alte Gobelins herangezogen. Wen wunderts, daß tausend Jahre später auch Napoleon selbstverständlich Briards sein Eigen genannt haben soll. Es ist ebenso amüsant wie liebenswert, Alter und Bedeutung der geliebten Hunderasse auf diese Weise bewiesen zu sehen. Und es ist nur zu verständlich, daß diese Liebe dabei gegenüber anderen Rasseliebhabern in den Triumph ausbricht: „Mein Hund ist älter und bedeutender als deiner!" Aber wie gesagt: In nur wenigen Fällen sind solche Berichte und Deutungen verbürgt und als Historie anzubieten. Schon gar nicht bei den Schäferhundrassen, die niemals im Glanz des herrschenden Adels gestanden haben, wie Jagd- und Hetzhunde. Der Name „Berger de Brie" wird erstmals im Jahr 1809 erwähnt, und zwar durch Abbe Rozier, der in seinem „Cours d´Agriculteur" unter anderen Hunderassen auch den Briard benennt. Man muß aber wissen, daß er damit alle Hirtenhunde der Ebene bezeichnete, im Gegensatz zum Chien de Loup (Wolfshund), der als der „Matin" des Mittelalters bekannt ist. Hinzu kommt, daß der Name „de Brie" das Vorkommen dieses Hundes keineswegs auf die genannte Landschaft beschränkt, ja, daß er dort nicht einmal häufig anzutreffen gewesen sei. Für genauere Auskunft reichen aber solche Angaben nicht aus. Die Geschichte einer Rasse ist nur so weit präzise zurückzuverfolgen, wie es ernsthafte Zuchtbuchführung oder andere entsprechende Registrierung ermöglicht.
Diese vorbildlichen kynologischen Bemühungen fanden bald Nachahmung in anderen Ländern. In Frankreich, das eine imponierende Tradition an Hundeliteratur aufzuweisen hat, erfolgte 1882 die Gründung der „Societe Centrale Canine pour l´Amelioration des Races de Chiens en France", der Zentralverband zur Förderung der Hunderassen in Frankreich. Aus der Vereinigung der Liebhaber von französischen Schäferhundrassen um 1896 ging 1909 der Club der Briardfreunde hervor: Le Club Les Amis du Briard. Seine Gründung eröffnete uns heute die Möglichkeit, eine exakte „Ahnenforschung" unseres Briards zu betreiben und die Zucht planmäßig und gezielt wahrzunehmen. Verbunden mit diesen Clubgründungen war die Organisation von Hundeausstellungen in kleinerem und größerem Rahmen, meistens im Rahmen von Landwirtschafts- und Jagdausstellungen. Hierbei wurde in der Konkurrenz zunächst die Nützlichkeit betont; erst mit der Zeit gewann die Schönheitskonkurrenz den Platz, den sie heute durchweg einnimmt. In der französischen kynologischen Forschung hat sich Pierre Megnin (1828-1905) große Verdienste erworben. Er begründete bereits 1885 die kynologische Zeitschrift „L´Eleveur" (Der Züchter). Viele Beschreibungen und Abhandlungen stammen aus seiner Feder. Im Briard sieht P. Megnin das Ergebnis einer Kreuzung zwischen dem Chien Berger Francais und dem Barbet (Zeichnung links). Ersterer dürfte mit dem Berger de Beauce identisch sein, letzterer mit dem Jagdpudel. Magnin bezieht sich des öfteren auf Buffon (1707-1788), in dessen 36-bändigen Werk „histoire naturelle generale et particuliere" auch eingehend der Hund behandelt und in Kupferstichen dargestellt wird. Sicher gilt Buffon hinsichtlich seiner Abstammungshypothesen weitgehend als überholt. Aber da bei ihm - im Gegensatz etwa zu Linne - die Naturbeschreibung überwiegt, ist er nach wie vor interessant und von großem Wert für die Kynologie. Ich kann in diesem Zuchtbuch die Abstammungstheorie P. Megnins anhand zweier Kupferstiche aus Buffon beschreibt 1785 den „Chien de Berger" so: Kurze aufrecht stehende Ohren, Schwanz waagrecht oder nach oben zurückgebogen, manchmal auch hängend. Das Fell ist lang und bedeckt den ganzen Körper mit Ausnahme der Schnauze und Außenseite des Beins, der unteren Beinpartie und der Fersen. Vorherrschende Farbe ist schwarz. Den abgebildeten Hund schildert er folgendermaßen: Am Hals grau, ebenso auf Brust und Bauch. Beine und Schwanz haben mehr gelb als schwarz. Auch finden sich gelbbraune Flecken über den Augen und ebensolche Färbungen auf der Schnauze. „Man nennt diese Rasse Chien de Berger, denn man gebraucht sie zur Bewachung der Herden".
Mag die Abstammungsthese Megnins auch nicht unwidersprochen sein, rein optisch hat sie einiges für sich, wie Sie an den Bildern erkennen können. Paul Megnin, der Sohn von Pierre, ebenfalls Kynologe wie dieser, unterstreicht diese Hypothese mit der Bemerkung, dass der chien de Brie „ein wenig unserem alten Barbet oder dem Griffon ähnelt (Nos Chiens, 1923). Der bekannte deutsche Schäferhundspezialist von Stephanitz (1863-1936) - Mitbegründer des „Verein für deutsche Schäferhunde" (1899) - beschäftigt sich mit der allgemeinen Vorgeschichte des Schäferhundes eingehend. Auch er weist auf viele überraschende Gemeinsamkeiten der Hirtenhunde hin. Er stellt fest, daß dem Chien de Brie vor 170 Jahren vielfach noch der „Matin" zugesellt worden sei, um ihn für die eigentliche Aufgabe des Hütens freizustellen. Diese Aussage unterstreicht die Betonung vieler anderer Kynologen (so auch Sedir), daß der Hütehund vor allem leicht und beweglich sein müsse, auf keinen Fall aber zu groß sein darf. Die Standardbegrenzung der Höhe hat hierin ihren historischen Grund. V. Stephanitz unterscheidet den rauhhaarigen und den zotthaarigen Briard und schließt folgende Hypothese an: „Da die zotthaarigen Briards nicht unerheblich größer sind als die rauhhaarigen, stellen erstes wohl, entsprechend unseren Altdeutschen, die Reste des altfranzösischen Schäferhundes dar. Während die kleineren, Rauhhaarigen vielleicht auf die Einkreuzung von Beauceronblut zurückzuführen sind." Verstand und Zuverlässigkeit wird bei ihnen besonders gerühmt (Der Deutsche Schäferhund in Wort und Bild von Stephanitz-Grafrath, II. Teil, 1909). The Kennel Encyclopaedia des Britischen Kennel Club (1908) enthält einen Artikel von Henry Sodenkamp über französische Schäferhunde. Der Verfasser weist darauf hin, daß die Briards vor allem in den Ebenen der Somme und der Beauce - aber nur selten in der Brie - zu sehen seien. Er übernimmt die These, daß es sich beim Briard um eine sehr alte Rasse handle. Er vermerkt ein wachsendes Interesse am Briard, der seit 1896 immer mehr als Showdog ins Blickfeld rücke. Seine Wertschätzung drücke sich auch in den hohen Preisen für diese Rasse aus. Die Rasse sei in den letzten Jahren (also um die Jahrhundertwende) sehr verbessert worden. Seltsam sei es allerdings, daß die beste Zucht in Belgien zu finden sei. Sodenkamp nennt den stärksten Zwinger „La Hulpe" der Madame Verlinde (mit großer Wahrscheinlichkeit stellt die in meinem Besitze befindliche Lithographie „tete de briard" einen Hund aus diesem berühmten Zwinger dar. Ich fand sie in Brüssel). Die für uns heute bedeutsame Informationsquelle stellt zweifellos das Buch von Sedir (Pseudonym von Yvon le Lou, 1871-1926) dar; Le Berger de Brie, chien de France (1926, wieder aufgelegt 1978). Eine deutsche Übersetzung des Buches wäre dringend zu wünschen. Es enthält unter vielen anderen Beschreibungen, Erfahrungen, geschichtliche Anmerkungen zum Thema Briard, auch die Standardentwicklung von 1897 bis 1978. In diesem Standard, der in unregelmäßigen Zeitabständen überarbeitet und als verbindlich aufgestellt wurden (1897 - 1909 - 1925 -1978), wird die Bemühung deutlich, die historisch überlieferte Eigenart des Hundes gegen ausgesprochene Modeströmungen zu schützen (etwa gegen den Wunsch, seine Größe anzuheben). Das heutige Erscheinungsbild soll am Urbild des im Hütedienst eingesetzten Briards orientiert sein. Somit dient der Standard auch einer ernsthaften Traditionspflege, die ein ganz besonderes Maß an Interesse und Verständnis fordert. Dies läßt einzelne Beschreibungen des Briards besonders informativ erscheinen. Beispielsweise, dass es im oberen Becken der Garonne einige Briards von kleiner Höhe (50 cm Schulterhöhe) gegeben habe, die natürliche Stehohren hatten (C. Leseble). Und Sedir bezieht sich auf die Beobachtung eines bekannten Richters (M. Sauvage), der in der Brie vielen kleinen und feurigen Briards begegnet sei, mit natürlichen Stehohren und von gelber Farbe. Wie unterschiedlich der Typus der Berger de Brie zur damaligen Zeit war, zeigen zwei Abbildungen in diesem Buch. Sie bilden ein Stück illustrierter Briardgeschichte: 1863 wird der Briard auf der ersten Hundeausstellung in Frankreich gezeigt. Meine Tochter hat in Paris eine sehr seltene Lithographie ausgestöbert, die einen braungefärbten Hund mit dem Namen „Charmante" zeigt. Eine Kopie diese Bildes überbrachte ich dem Präsidenten des Französischen Clubs. Es löste besondere Überraschung aus, weil als bisher bekanntes frühestes Bild das ebenfalls abgebildete von „Sans-Gene" galt, die zwei Jahre später (1865) von M. Gersent ausgestellt und von Pierre Megnin gezeichnet worden war. Sedir stellt ausdrücklich fest, daß „seit 40 Jahren" (also seit ca. 1880) die Züchter bemerkenswerte Verbesserungen in der Zucht erreicht hätten. Seit dieser Äußerung sind bis heute wiederum 50 Jahre vergangen. Seit der Gründung des „Club für französische Hirtenhunde" ist natürlich auch das deutsche Interesse an der Briard-Geschichte gewachsen. Zwar ist eine große Flut von Hundebüchern zu verzeichnen, aber nur wenig eigenständige Forschung. Vieles wird einfach abgeschrieben und unkritisch übernommen. Da weiß ein sehr dekorativ ausgestattetes großes Hundebuch unter dem Stichwort „Briard" Erstaunliches zu berichten: „Im Laufe der Jahrhunderte ist dem Briard sicher das Blut vom Deerhound (!), vom Barbet und vom Griffon zugeführt worden. Bis zur Trennung der beiden Rassen haben häufige Kreuzungen mit dem Beauceron stattgefunden".
Seit langem gibt es Briards in Deutschland, aber bis 1975 nur vereinzelte Liebhaber dieser Rasse. 1975 fand dann die Gründungsversammlung des „Deutschen Briard-Clubs" statt und ein Jahr später wurde der Vereinsnamen geändert in „Club für französische Hirtenhunde e.V.", so wie er heute noch besteht. Alle 3 Rassen, also Briard, Beauceron und Picard, werden von ihm betreut. Jahre später entstand hieraus ein zweiter Club, der „Briard Club Deutschland e.V.". Bis heute wurden über 4000 Hunde in das Zuchtbuch des CFH eingetragen. Der Briard erfreut sich immer größerer Beliebtheit, aber es konnte bisher Gott sei Dank vermieden werden, dass er zu einem Modehunde hochgejubelt wurde.
Der Club für französische Hirtenhunde e.V." Wie geschrieben, wurde er 1976 gegründet. Inzwischen haben wir eine beachtliche Zahl an Mitgliedern. Er wird vom Gesamtvorstand, bestehend aus 5 Personen, und mit den Vorsitzenden der Landesgruppen Nord, Mitte, Berlin-Brandenburg, Bayern, Süd, der AG-Beauceron und AG-Picard geleitet. Anhand der Postleitzahl des Wohnortes werden die Mitglieder bestimmten Landesgruppen zugeordnet. Trotzdem darf natürlich jeder die Landesgruppe wählen, in der er sein möchte. Die Landesgruppen bieten die unterschiedlichsten Veranstaltungen an, wie z.B. Arbeitstage, Spaziergänge, die Clubschau und die Spezialzucht- schauen der Landesgruppen. Die Clubschau wird jedes Jahr von einer anderen Landesgruppe durchgeführt, während die anderen Landesgruppen dann eine „kleinere" Spezialzuchtschau durchführen. Zudem finden jährlich einige Ausstellung des VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) in ganz Deutschland statt, an denen auch der CFH einige Sonderschauen angliedert. Das heisst, der CFH übernimmt den Ausstellungsablauf, bestimmt einen Spezialrichter für die drei Rassen und stellt den Sonderleiter und das Ringpersonal. Der CFH hat seine eigene Zeitschrift, das Club Journal, die sechs mal im Jahr erscheint. Diese erhält jedes Mitglied. Man kann sie aber auch über den Geschäftsführer abonnieren. Nach Möglichkeit präsentiert sich der CFH auf den Ausstellungen mit einem Informationsstand. Dort stehen den Interessenten Briardbesitzer Rede und Antwort und man erhält Informationsmaterial über die Rasse sowie Züchterlisten.
Man sagt immer, der Briard ist ein „Herz mit Haaren drum herum". Das beschreibt den Briard ziemlich genau und deshalb haben wir uns in diese Rasse verliebt. Als Hirtenhund hütete er früher die Schafe. War die Herde in Bewegung, lief der Hund herum und hielt sie zusammen. War die Herde ruhig, suchte er sich ein Plätzchen und schlief. Heutzutage ist es die Familie, die er behütet. Wenn er als Familienhund leben darf, baut er eine gute Beziehung zu ihnen auf. Er wird von sich aus auf „seine Leute" achten und immer um sie herum sein. Grund genug, warum sich der Briard nicht als Ketten- und Hofhund eignet. Er hat noch einige ganz besondere Eigenschaften, die ich hier aufzählen möchte: temperamentvoll, wachsam, misstrauisch gegenüber Fremden, arbeitsfreudig auf dem Hundeplatz, ob das Breitensport oder Rettungshundearbeit ist. Er eignet sich auch zum Schutzhund. Verspielt - untereinander und mit Menschen und kein Kläffer. Einen Jagdtrieb hat er nicht (seltene Ausnahmen bestätigen die Regel), auch wenn er gerne mal einem Vogel oder Hasen nachrennt. Aggressionen sind nicht erwünscht, denn als Familienhund wünscht man sich ja einen zwar wachsamen aber nicht unbedingt scharfen Hund. Aber das allein ist nicht nur der guten Herkunft sondern auch einer konsequenten Erziehung zu verdanken. Bei regelmässigen Besuchen auf dem Hundeplatz und den Arbeitstagen, die der Club anbietet, lernt man, die Hunde richtig zu erziehen und sie somit zu umgänglichen Hunden zu machen, die einen jederzeit überall hin begleiten können. Mit der richtigen Mischung aus Konsequenz und Liebe bekommt man einen treuen Gefährten, auf den man sich verlassen kann.
Standard des Briard (vom 1.12.1989) FCI-Standard Nr. 113, Ursprung: Frankreich 6.5.88, Übersetzung: U. Fischer u. A. Loew
Allgemeine Erscheinung Rustikaler Hund, geschmeidig, muskulös und gut proportioniert, mit lebhaften und aufgeweckten Bewegungen, von ausgeglichenem Wesen, weder aggressiv noch ängstlich. Größe 62-68 cm die Rüden, 56-64 cm die Hündinnen. Die Körperlänge muss grösser sein als die Höhe. Der Briard ist länglich. Kopf Stark, lang, ausgeprägter Stop, der so plaziert sein muss, dass er von der Nasenspitze den gleichen Abstand wie vom Hinterhauptbein aufweist, ausgestattet mit Haaren, die Bart, Schnauze und Augenbrauen bilden, letztere verdecken leicht die Augen. Stirn Sehr leicht gerundet. Oberkopf Geradlinig. Schnauze Weder schmal, noch spitz Nase: Mehr viereckig als rund, Nasenspiegel immer schwarz, kräftig, offen Zähne Stark, weiss und perfekt zueinander passend. Augen Waagrecht, gut geöffnet, eher gross, nicht schlitzäugig, von dunkler Farbe, mit intelligentem und ruhigem Ausdruck. Ein graues Auge bei einem grauen Briard wird nicht bestraft. Ohren Hoch angesetzt. Vorzugsweise kupiert und aufrecht getragen, falls sie in ihrer natürlichen Form belassen wurden, eher kurz und nicht anliegend. Bei gleicher Qualität soll dem Hund der Vorzug gegeben werden, dessen Ohren kupiert aufrecht getragen werden. Die Länge des natürlichen Ohres soll die Hälfte der Kopflänge nicht überschreiten oder eher etwas kürzer sein, immer flach und mit langen Haaren versehen. Hals Muskulöser Hals, gut von der Schulter abgesetzt. Brust Breit (handbreit zwischen den Ellenbogen), tief und gut bis zu den Ellenbogen herabgezogen. Kruppe Wenig geneigt, leicht gerundet. Rücken Gerade Läufe Gut bemuskelt, mit starkem Knochenbau und senkrecht gestellt. Sprunggelenke Nicht zu nahe am Boden und so gewinkelt, dass der Hintermittelfuss annähernd senkrecht steht.
Rute Ungekürzt, gut behaart, am Ende einen Haken bildend, niedrig und nicht von der geraden Linie abweichend getragen, muss die Spitze des Sprunggelenkes erreichen oder diese um höchst. um 5 cm überschreiten. Pfoten Stark, rund geformt (Zwischenform zwischen Katzen- und Hasenpfoten). Krallen Schwarz Pfotenballen Hart Zehen Geschlossen Haar Gedreht, lang, trocken (Ziegenhaarstruktur) mit leichter Unterwolle. Fellfarbe Alle einheitlichen Farben sind zugelassen, ausser die unten aufgeführten. Die dunklen Farben sind empfehlenswerter. Nicht mit Zweifarbigkeit zu verwechseln ist ein leicht heller Farbton der Gliedmassen, was nichts anderes ist, als ein beginnende Depigmentierung ist. Diese Farbe, nur wenig heller, muss im selben Farbton bleiben (dunkles Fauve auf hellem Fauve, dunkles Schwarz auf hellem Schwarz, dunkles Grau auf hellem Grau). Das Fauve muss warm und einheitlich sein, weder hell noch ausgewaschen. Strafgründe: Schwarz mit rötlichem Schimmer; ungenügend warmes Fauve; weisser Brustfleck; zu stark charbonniert; an der Grenze zur Mantelbildung; sehr helles fauve - ausgewaschen. Gründe zur Disqualifikation: Die Farben weiss, Kastanien- oder Mahagoniebraun, Bicolor, weisser Bruststreifen, weisse Haare am Ende der Pfoten. Fauve mit charbonniertem Mantel. Zu helle Farbe. Bicolor: Im Bereich der dunklen Haare ist die Haut bläulich und im Bereich der hellen Partie rose. Afterkrallen Doppelte Afterkrallen an den Hinterläufen. Hunde, selbst von sehr gutem Typ, die nur eine Afterkralle aufweisen, können nicht prämiert und nicht zur Zucht zugelassen werden. Die doppelten Afterkrallen müssen aus zwei knochigen Teilen mit Kralle bestehen, so nah wie möglich am Boden angesetzt, um so eine bessere Auflage des Fusses zu gewährleisten.
Das ist immer wieder ein Thema, das zu Diskussionen führt und soll hier natürlich nicht unerwähnt bleiben. Seit dem 1.1.87 besteht in Deutschland ein Verbot für das Kupieren der Ohren. Ob es uns nun gefällt oder nicht - wir müssen es akzeptieren! Aber es hat auch seine Vorteile. Was bedeutet Kupieren? Dem Welpen musste man das Ohr kürzen damit es den selbstständigen Stand bekommt, mussten die Ohren mindestens ein Jahr lang hoch-, bzw. zusammengeklebt werden. Man hat also erst einmal die Wundheilung an der Schnittstelle und dann das Kleben, dass sich im Laufe dieses Jahres sehr oft wiederholt. Durch Spielen oder Baden lösen sich die Klebestellen und wenn man Glück hat und sie haben es nicht getan, dann muss man sie trotzdem regelmässig erneuern, da das Fell nachwächst und somit der Stand logischerweise nachlässt und so eine Falte entstehen kann, die nicht mehr raus geht, wenn man nicht ständig korrigiert. Das kann man sich ersparen, indem man sich in Deutschland einen unkupierten Hund kauft. Ein Nachteil des nicht Kupierens ist sicherlich, dass seitdem die Hunde eher einmal unter Ohrenentzündungen leiden. Hier ist der Besitzer gefordert, sie öfter zu kontrollieren und zu reinigen. Mit geringem Aufwand hat man das im Griff.
Die Lebenserwartung des Briards Der Briard gehört, sehr zu unserer Freude, noch zu einer gesunden und robusten Rasse. Seine Lebenserwartung liegt im Durchschnitt bei 12 Jahren. Typische Krankheiten sind nicht bekannt. Die Hüftdysplasie hat man durch strenge Zuchtauflagen gut im Griff und so kommt es doch selten vor, dass ein Briard so schwere HD hat, das er operiert oder sogar eingeschläfert werden muss, wie das von einigen anderen Rassen immer wieder zu hören ist. Für den Magendreher sind vor allem grosse Hunderassen leider manchmal auch Kandidaten. Auch wieder nicht rassetypisch, trifft es aber hin und wieder doch einen Briard. Mir sind aber positive Fälle bekannt, d.h. die aufmerksamen Hundebesitzer haben es rechtzeitig erkannt, schnell und richtig reagiert und so konnten die Hunde erfolgreich operiert werden. Hat man seinen Hund erfolgreich und gesund alt werden sehen, lassen sich aber die Alterszipperlein trotzdem nicht aufhalten. Aber das gehört zum Leben!
Natürlich kann man manche familiäre Veränderungen nicht voraus planen. Aber Sie sollten berücksichtigen, dass so ein Hund im Durchschnitt 12 Jahre lebt und gerne in einer Familie alt werden möchte. Sind alle in der Familie voll berufstätig, ist es auch nicht ratsam, sich einen Hund zuzulegen. Wie soll er die Welpenzeit, in der er geprägt wird, noch alles lernen muss und meist auch noch nicht stubenrein ist, überstehen? Und auch später ist es kein erfülltes Hundeleben, wenn er den ganzen Tag allein Zuhause sein muss. Er will spazierengehen und beschäftigt werden und deshalb wird er es nicht verstehen, dass Sie, wenn Sie abends müde nach Hause kommen, abgearbeitet sind und einen Feierabend verdient haben. Nur weil der Briard schön ist, ist nicht Grund genug!
Man muss sich auch im Klaren darüber sein, das ein Briard ein Mass an Pflege braucht. Sein langes Fell ist zwar durch die Ziegenhaarstruktur recht pflegeleicht, aber es sollte trotzdem regelmäßig gekämmt werden. Er bringt auch eine ganze Menge Dreck mit ins Haus. Selbst wenn Sie ihm jedes mal die Pfoten waschen, wird man sehen, das ein Hund im Haus lebt. Wenn Sie nun also genügend Zeit haben, für einen Hund zu sorgen, mit ihm spazieren zu gehen, mit ihm zu spielen, sich auch die Zeit nehmen, den Hund zu erziehen - also sich voll und ganz auf ein Leben mit Hund eingestellt haben, dann müssen Sie jetzt nur noch heraus finden, welche Rasse für Sie die Richtige ist. Hat sie der Briard fasziniert? Dann sind sie hier an der richtigen Adresse. Wie kommt man zu einem Briard? Die wichtigste Stelle in unserem Verein ist in diesem Fall die „Welpenvermittlung" (siehe 1. Seite). Von ihr erhält jeder Interessent eine aktuelle Züchterliste. Auf ihr sind alle Züchter und die neuesten Deck- und Wurfmeldungen aufgeführt. So kann sich jeder Interessent direkt an die Züchter wenden. Im Anhang an dieses Heft stellen sich einige Züchter vor. Lassen Sie sich Zeit! Informieren Sie sich zuerst ausgiebig über die Rasse. Besuchen Sie die Züchter, um sie und ihre Hunde kennen zu lernen, denn auch dort gibt es Unterschiede. Wählen Sie sich den Züchter aus, der Ihnen am meisten zusagt, wo sie die Aufzucht nach Ihren Vorstellungen vorfinden und Ihnen die Hunde am besten gefallen. Gehen Sie ruhig einmal zu einen Arbeitstag oder einen Spaziergang um den Briard in voller Lebensfreude kennen zu lernen. Wenden Sie sich an den Landesgruppen-Vorsitzenden oder regionalen Ansprechpartner in Ihrer Nähe und fragen Sie ihn nach Terminen. Gäste sind auf den Veranstaltungen immer willkommen! Auf den Ausstellungen werden die Briards zwar auch präsentiert, aber meist herrscht dort eine eher angespannte Stimmung.
Ist der Briard sein Geld wert? Mehr oder minder erstaunt nehmen Welpeninteressenten den Preis eines Briards auf. Wer als absoluter Neuling in die Hundeszene eintritt, hat ja auch noch keinerlei Vorstellung davon, was es bedeutet, in einem Rassehundverband zu züchten. Ich möchte Ihnen einen einigermaßenen Überblick verschaffen, ohne mit Zahlen um mich zu werfen. Natürlich beginnt es damit, das sich der Züchter irgendwann einen Briard zulegt, mit dem Ziel, mit ihm einmal zu züchten. Hier investiert er das erste Mal, denn auch der Züchter zahlt den normalen Welpenpreis, es sei denn, er behält sich einen Welpen aus einem eigenen Wurf. Bis Sie nun von diesem Hund ihren Welpen bekommen, durchläuft er mehrere Stationen. Der Hund braucht mindestens 3 Ausstellungen. Zum Meldegeld sind natürlich auch noch sämtlichen Nebenkosten zu rechnen, da die Ausstellung nicht unbedingt um die Ecke liegt und es sich manchmal auch nicht vermeiden läßt, das man übernachten muß. Hat der Hund dann ein Alter von mindestens 12 Monaten erreicht, muß er auf Hüftdysplasie geröngt werden. Der Tierarzt zupft dann an unserem. Diese Aufnahme wird dann mit der Ahnentafel an die Auswertestelle des CFH geschickt. Das nächste Ziel, das nun dieser Hund mit seinen Besitzern anstrebt, ist die Zuchtzulassung. Zu dieser Zuchtzulassung gehören die Standardbeurteilung, ein Verhaltenstest und eine Züchter-Anfängertagung. Der Züchter möchte natürlich für seine Zuchtstätte einen Namen haben und läßt diesen national oder international schützen. Nun geht es an direkten Vorbereitungen für einen Wurf. Bevor nun die Hündin gedeckt werden kann, braucht der Züchter erst eine Zuchtstättenabnahme. Diese Abnahme verlangt einiges an Vorbereitungen. Der CFH hat hier Mindestanforderungen an eine Zuchtstätte festgelegt, die eingehalten werden müssen. So braucht man u.a. eine Wurfkiste, in der die Hündin ihre Welpen bekommt und sie dort auch, zumindest in den ersten Wochen, aufzieht. Man braucht genügend Platz im Haus, einen Welpengarten in einer gewissen Größe mit einem Welpenhaus und und und. Hinzu kommt natürlich noch der ganze „Kleinkram" wie Hundedecken, Wärmelampe, Waage usw. Das Zwingerbuch nicht zu vergessen. Nun ist es so weit, der Hund hat die Zuchtzulassung. Für Rüden beginnt nun die Zeit des Werbens. Auf möglichst vielen Ausstellung präsent sein, Anzeigen schalten, sich ins Gespräch bringen - das muß schon sein, wenn man beachtet werden will, denn der Züchter, der die zugelassene Hündin hat, ist ja nun auf der Suche nach dem richtigen Rüden. Hat nun der Züchter für seine Hündin eine Vorauswahl an Rüden getroffen, werden erst einmal sämtliche Unterlagen angefordert. Geht es dann in die engere Auswahl, fährt der Züchter auch schon mal zu einem Stell-dich-ein, um den Rüden persönlich in Augenschein zu nehmen. Da kann es schon passieren, das der Züchter im tiefsten Süden wohnt, der auserwählte Rüde aber ganz oben im Norden. Oder anders: In den meisten Fällen wohnt der Rüde nicht in der Nähe und schon gar nicht im eigenen Haus. Es ist also immer mit ziemlich viel Fahrerei verbunden. Nun kommt der Tag: Der Rüde ist ausgewählt, die Hündin am richtigen Punkt der Läufigkeit und nun heißt es Zeit nehmen, denn mit einem schnellen Besuch ist es nicht getan. In der Regel läßt man die Hündin zwei mal decken und das möglichst in einem Abstand von 24 Stunden. Manche Züchter wollen auf Nummer sicher gehen, und lassen bei der Hündin einen Test machen, der ganz genau bestimmt, wann der Tag X gekommen ist. Dies vor allem dann, wenn der Rüde sehr weit weg wohnt und man diese Strecke auf keinen Fall umsonst fahren will, weil man den richtigen Tag vielleicht schon verpaßt hat oder er noch nicht da ist. Dieser Test, meist drei mal erforderlich, ist allerdings recht kostspielig, aber immer noch günstiger, als wenn man ein oder zwei Tage in einem Hotel fest sitzt, weil es noch nicht so weit ist. Die Hündin ist gedeckt! Nun hofft man natürlich auch, dass sie aufgenommen hat. Um sicher zu gehen kann man dann um den 28 Tag einen Ultraschall machen. Hat sich nun die freudige Erwartung bestätigt, fängt der Züchter an, Werbung für seinen Wurf zu machen, ob das nun in diesem Informationsheft, in unserem CFH-Journal oder in Katalogen der Ausstellungen ist. Ist der Wurf erst einmal da, wird die Werbefläche meist noch auf die Tagespresse und andere Hundezeitschriften ausgeweitet. Die Welpenaufzucht verschlingt dann aber erst so richtig Geld. Die Hündin bekommt sowieso schon seit Mitte der Trächtigkeit sehr hochwertiges Futter, das natürlich beibehalten wird, so lange sie säugt. Gibt die Hündin dann nicht mehr genug Milch und man muß anfangen zuzufüttern, beginnt dies meist mit einem Muttermilchersatz. Die weitere Ernährung der Welpen ist sehr ausgewogen und dem Alter angepaßt. Da wird an nichts gespart, denn die Welpen wachsen sehr schnell und brauchen deshalb qualitativ gutes Futter. Selbst wenn der Wurf ganz gesund ist, was wir allen Züchtern wünschen, sieht man den Tierarzt doch einige Male. In der ersten Woche findet eine Wurfabnahme durch den Tierarzt statt, bei der auch die Hündin auf ihren Zustand untersucht wird. Während der Aufzucht werden die Welpen dann mindestens drei mal entwurmt und zwei mal geimpft. Mit der Wurfmeldung an das Zuchtbuchamt gehen dann auch die Formalitäten weiter. Ahnentafeln werden gedruckt und der Zuchtwart plant die Wurfabnahme in der 8. Woche. Hier zahlt der Züchter die Ahnentafel, die Wurfabnahme durch einen CFH-Zuchtwart, und eine Pauschale pro Welpe. Nebenkosten, die natürlich der CFH nicht festgelegen und schon gar nicht übernehmen kann, aber natürlich auch ins Gewicht fallen, entstehen mit der ganz normalen Hundehaltung. Die Hunde brauchen Futter, sollten versteuert und versichert sein. Hinzu kommt, auch wenn der Hund gesund ist, der Besuch beim Tierarzt und mit ihm das jährliche Impfen und die Wurmkuren. Die Bewirtung der Interessenten ist natürlich auch ein Thema. Die Kaffee- und Spülmaschine ist eigentlich non stop im Einsatz. Die Besuche beginnen oft schon, wenn die Hündin trächtig ist. Sind die Welpen erst einmal da, geht es richtig rund. Freunde, Nachbarn, Briardbesitzer, die mal wieder Welpen sehen wollen, Neugierige, die noch nicht wissen, ob der Briard der richtige Hund für sie ist. Welpenkäufer, die nun sicher aus diesem Wurf einen Welpen bekommen und in der Nähe wohnen, kommen fast wöchentlich. So gut wie jeden Tag Besuch und viele verabschieden sich nicht nach einer Tasse Kaffee. Kommt man gut ins Gespräch, vergehen die Stunden wie im Fluge, das man auch öfter mal nachsieht, was der Kühlschrank so hergibt, damit keiner verhungert.
Die „Arbeitszeit", die ein Züchter in diesen 8 Wochen für die Aufzucht und Pflege aufbringt, kann man nicht berechnen. Tag und Nacht in Bereitschaft sein und andere Hobbys in der Zeit vernachlässigen gehört genau so dazu, wie für die Berufstätigen, wenn auch oft nur Halbtags, die ihren Jahresurlaub dafür verwenden müssen usw.. Da muß jeder Züchter ein Idealist sein und einfach aus Liebe zu diesen Tieren diesen Einsatz bringen. Denn sonst würde es sich nie rechnen. |